02/10/2018

Wir gehen dann mal.

Das Wetter ist angemessen diesig. Und Kalt. Als wäre es November, heißt es immer wieder. Das Gepäck wird in Raum 1785 geräumt. Das ganze Gepäck? Nein. Wenn schon notorisch zu spät, dann heute auch. In der dritten Stunde füllt sich die Deutschklasse. Nicht mehr lang. Die amerikanischen Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen sind entschuldigt und dürfen ihre Austauschpartner verabschieden. Das Gepäck ist zu holen. Noch ein Abschiedsfoto. Für den Newsletter der Memorial High. Hier oder draußen? Draußen. Der Bus ist schon da. Gepäck einladen. Für die Abfahrt sind 15 Minuten kalkuliert. Auch einige Eltern sind da. Koffer wuchten. Das Foto ist noch nicht gemacht. Und noch eins für die Deutschen. Die Gruppe löst sich. Umarmungen. Tränen hier und da. Mit texts, Facetime und Skype wird die Welt doch nicht kleiner. Die 15 Minuten sind vorbei. Zeit loszukommen. Einsteigen. Hier noch ein Winken. Dort noch eine Umarmung. Und noch eine. Handyfotos. Los jetzt. Der Busfahrer verliest die Regeln. Niemand hört zu. Die Stimmung ist gedrückt. Wir fahren los. Kopfhörer isolieren voneinander. Kapuzen schützen. Einige schlafen, andere reden leise. Andere starren vor sich hin. November Rain im Oktober.

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