04/10/2018

Kalt erwischt.

Gestern Nachmittag 24 Grad. Heute Morgen 2. Im Laufe des Tages dann doch noch 9. Mehr wird es nicht mehr. Immerhin fahren wir heute mit der Metro. Science Museum of Minnesota.4 Ebenen mit Experimenten zu verschiedenen Bereichen der Wissenschaft. Mikroskopieren, Tornado erschaffen, Wettrennen gegen einen T-Rex (verlieren), eigene Bewegungsstudien filmen, menschliche Anatomie kennenlernen, Fossilien tauschen(!), die Psyche des Menschen erforschen, Wetter machen und Welten erschaffen. Gottkomplex inklusive. Auf der IMAX-Leinwand des angeschlossenen Omnitheaters werden die Leistungen der Ingenieurwissenschaften vermittelt. Neben dem Staunen aber auch Ernüchterung. Die Straße führt durch einen kleinen Park. Auf der Seite, die wir nicht durchqueren, sind Zelte aufgestellt. Ein Schild verbietet Übernachtungen auf dem Gelände. Einige Obdachlose scheinen für sich keine Alternative zu sehen. In der Sichtweite der St. Paul Cathedral, die zum Nationalheiligtum erklärt ist. Weiter dann auf dem Weg zum State Capitol kommen wir an den Mahnmalen zum Amerikanischen Bürgerkrieg, den Weltkriegen und dem Vietnamkrieg vorbei. Die Namen der dort gefallenen Soldaten aus Minnesota sind auszugsweise auf einer Gedenkmauer eingemeißelt und vollständig in einem ausgelegten Buch nachzuschlagen. Fotos vor dem Capitol. Mit der Metro zurück. Die Restaurant Challenge muss entschieden werden. Wo findet das Abschiedsessen statt? Drei Restaurants stehen zur Auswahl: Brassa Rotisserie, Hopcat, Ikes. Hopcat macht das Rennen. Frankenstein – Playing with fire. Das Guthrie Theater ist das Theater in Minneapolis. Und das Stück läuft im großen Haus mit über tausend Plätzen. Frankenstein und sein Monster bei ihrer letzten Begegnung. Im Eis. Ihre Vergangenheit bahnt sich zum letzten Mal einen Weg. Donnergetöse. Blitze.  „Do you dream?“, fragt Frankenstein, die Waffe auf das Monster gerichtet. Die Erweckung des Monsters. Frankensteins Braut sinkt mal hier hin, mal dorthin. Frankenstein hadert. Frankenstein wiederholt das Experiment, will sich seine Ruhe damit erkaufen, ein zweites Monster, eine Gefährtin für das erste zu erschaffen und kommt gerade noch zur Besinnung. Verhindert das Undenkbare. Und nimmt dazu eine Säge. Zum Schluss, Frankenstein, tot in den Armen, ruft das Monster: „Master, answer me.“ Applaus. Die Schauspieler verbeugen sich. Einige standing ovations. Und gespaltene Meinungen bei uns. Interessant ist auf jeden Fall, was das amerikanische Theaterpublikum begeistert. Dann gehen die Schauspieler ab. Und die Zuschauer nach Hause. Durch das verregnete Minneapolis.

Werbeanzeigen