05/10/2018

That’s a wrap!

Packen und aufräumen. Die letzten Einkäufe erledigen. Mall of America! Outlets! Abendessen im Hoopcat. Sandwich, Burger, Mac’n’Cheese, Spare Ribs. So hört es also auf. Noch ein Sprung zum Target. Noch ein Foto. In die Zimmer. Das war’s. Morgen sind wir weg.

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04/10/2018

Kalt erwischt.

Gestern Nachmittag 24 Grad. Heute Morgen 2. Im Laufe des Tages dann doch noch 9. Mehr wird es nicht mehr. Immerhin fahren wir heute mit der Metro. Science Museum of Minnesota.4 Ebenen mit Experimenten zu verschiedenen Bereichen der Wissenschaft. Mikroskopieren, Tornado erschaffen, Wettrennen gegen einen T-Rex (verlieren), eigene Bewegungsstudien filmen, menschliche Anatomie kennenlernen, Fossilien tauschen(!), die Psyche des Menschen erforschen, Wetter machen und Welten erschaffen. Gottkomplex inklusive. Auf der IMAX-Leinwand des angeschlossenen Omnitheaters werden die Leistungen der Ingenieurwissenschaften vermittelt. Neben dem Staunen aber auch Ernüchterung. Die Straße führt durch einen kleinen Park. Auf der Seite, die wir nicht durchqueren, sind Zelte aufgestellt. Ein Schild verbietet Übernachtungen auf dem Gelände. Einige Obdachlose scheinen für sich keine Alternative zu sehen. In der Sichtweite der St. Paul Cathedral, die zum Nationalheiligtum erklärt ist. Weiter dann auf dem Weg zum State Capitol kommen wir an den Mahnmalen zum Amerikanischen Bürgerkrieg, den Weltkriegen und dem Vietnamkrieg vorbei. Die Namen der dort gefallenen Soldaten aus Minnesota sind auszugsweise auf einer Gedenkmauer eingemeißelt und vollständig in einem ausgelegten Buch nachzuschlagen. Fotos vor dem Capitol. Mit der Metro zurück. Die Restaurant Challenge muss entschieden werden. Wo findet das Abschiedsessen statt? Drei Restaurants stehen zur Auswahl: Brassa Rotisserie, Hopcat, Ikes. Hopcat macht das Rennen. Frankenstein – Playing with fire. Das Guthrie Theater ist das Theater in Minneapolis. Und das Stück läuft im großen Haus mit über tausend Plätzen. Frankenstein und sein Monster bei ihrer letzten Begegnung. Im Eis. Ihre Vergangenheit bahnt sich zum letzten Mal einen Weg. Donnergetöse. Blitze.  „Do you dream?“, fragt Frankenstein, die Waffe auf das Monster gerichtet. Die Erweckung des Monsters. Frankensteins Braut sinkt mal hier hin, mal dorthin. Frankenstein hadert. Frankenstein wiederholt das Experiment, will sich seine Ruhe damit erkaufen, ein zweites Monster, eine Gefährtin für das erste zu erschaffen und kommt gerade noch zur Besinnung. Verhindert das Undenkbare. Und nimmt dazu eine Säge. Zum Schluss, Frankenstein, tot in den Armen, ruft das Monster: „Master, answer me.“ Applaus. Die Schauspieler verbeugen sich. Einige standing ovations. Und gespaltene Meinungen bei uns. Interessant ist auf jeden Fall, was das amerikanische Theaterpublikum begeistert. Dann gehen die Schauspieler ab. Und die Zuschauer nach Hause. Durch das verregnete Minneapolis.

03/10/2018

Mehlig.

Minneapolis. Gestern angekommen. LuMINN Hotel. Ein Zimmer zu wenig. Gebucht zwar. Bestätigung zwar. Hochgezogene Augenbrauen. Gemurmel. Zumindest die ersten Zimmer können bezogen werden. Das eine, das kommt dann noch. Keine Zeit daran einen Gedanken zu verschwenden. Die Umgebung muss erkundet werden zu einer ersten Orientierung. Google Maps. Apple Maps. Nicht in Minneapolis. Die Wege verrutschen, die Anweisung wechseln. Im Kreis laufen. Ein Weg von zwei Minuten bewältigen wir locker in vierzig. Analoge Map. Im Visitor Centerumsonst und unabhängig von WiFi und Datenroaming. Genöle aus den hinteren Reihen. Hunger. Subwayund Five Guys. Das muss schneller. Für 14.00 Uhr ist die Führung im Walker Art Centergebucht. Wir stehen fast davor. Und gehen in die entgegengesetzte Richtung. Um 14.04 Uhr durch die Eingangstür. Rhonda, unser guide, wartet schon. You’re Germans. I thought you’d be right on time.Für gerade in Minneapolis angekommen, quer durch Downtown marschiert, fanden wir uns gar nicht so schlecht – even  for Germans. Das Thema der Tour und des Workshops ist mapping. Orientiert an einem Kunstwerk der Ausstellung I am you You are toosoll von den Schülerinnen und Schülern je ein Produkt aus drei Ebenen bestehen: Die erste Ebene zeigt einen Ort, der ähnlich wie ein Stadtplan oder ein Grundriss fixiert werden soll. Darüber wird eine Ebene gelegt, die zeigen soll, welche Erinnerungen man von diesem Ort mitnimmt. Und die letzte Ebene stellt die Auseinandersetzung mit sich selbst dar. Nach den Erfahrungen der letzten zwei Wochen ist das für einige eine intensive Arbeit. Dem entgegengestellt ist der heutige Besuch des Mill City Museum. Minneapolis wurde groß mit der Produktion von – Mehl. Mehl, das in alle Teile Amerikas – und der Welt – verkauft wurde. Ein Rückblick auf die Anfänge und die Entwicklung der Stadt, der schließlich im baking labankommt. In einer Stunde werden mit verschiedenen Mehlsorten Cookies gebacken, eine Werbung entworfen, Markennamen erfunden (z.B. cookieNATOr, Sunny, All Purpose) und die Cookies getestet. Vier Cookies hintereinander liegen schon recht schwer im Magen.

02/10/2018

Wir gehen dann mal.

Das Wetter ist angemessen diesig. Und Kalt. Als wäre es November, heißt es immer wieder. Das Gepäck wird in Raum 1785 geräumt. Das ganze Gepäck? Nein. Wenn schon notorisch zu spät, dann heute auch. In der dritten Stunde füllt sich die Deutschklasse. Nicht mehr lang. Die amerikanischen Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen sind entschuldigt und dürfen ihre Austauschpartner verabschieden. Das Gepäck ist zu holen. Noch ein Abschiedsfoto. Für den Newsletter der Memorial High. Hier oder draußen? Draußen. Der Bus ist schon da. Gepäck einladen. Für die Abfahrt sind 15 Minuten kalkuliert. Auch einige Eltern sind da. Koffer wuchten. Das Foto ist noch nicht gemacht. Und noch eins für die Deutschen. Die Gruppe löst sich. Umarmungen. Tränen hier und da. Mit texts, Facetime und Skype wird die Welt doch nicht kleiner. Die 15 Minuten sind vorbei. Zeit loszukommen. Einsteigen. Hier noch ein Winken. Dort noch eine Umarmung. Und noch eine. Handyfotos. Los jetzt. Der Busfahrer verliest die Regeln. Niemand hört zu. Die Stimmung ist gedrückt. Wir fahren los. Kopfhörer isolieren voneinander. Kapuzen schützen. Einige schlafen, andere reden leise. Andere starren vor sich hin. November Rain im Oktober.

01/10/2018

Präsent. Nochmal.

Präsentationen der GHSler in Deutsch 1 bis 4. Opelvillen. Fußball. Wiedervereinigung. Wir kennen das ja. Nicht aber waren wir vorbereitet auf die spontanen Ergänzungen zum Thema „Kirchweih (Kerb)“. Neben üblichen Begeisterung der amerikanischen Schüler auf Informationen wie „In Deutschland darf man ab 16 Jahren Bier trinken“, wurden weitere (sogenannte) Traditionen erläutert. Die Präsentation zur Festung Rüsselsheim mit vielerlei Animationen und Soundeffektenließ bei manchem Zuschauer den Mund offen stehen (ähnlich wie beim „Kerwewatz“, wenngleich aus anderen Gründen). Die Frage How did you do that? wurde fast achselzuckend beantwortet: Powerpoint. Aber eigentlich ist die Schule heute zweitrangig. Der letzte Abend in Eau Claire: Pastaabend mit der gesamten Footballmannschaft der Memorial High. Danach Pool spielen, Tischtennis. Oder Playstation. Ausgehen. Restaurant. Roadside Diner. Racy’s. Red Lobster. McDonald’s?!? Kino: Mamma Mi 2. Girl’s night. Amercian Horror Story. Siebte Staffel. Sharknado 5?!? Zeit zu gehen.

30/09/2018

Das letzte. Wochenende.

Nächsten Samstag fliegen wir. Sonntag sind wir zurück. Das letzte Wochenende in den USA. Also dann die letzte Chance, um in Eau Claire zu – shoppen. Treffen im Acoustic Café. BBQ. Sleepover. Oder auch ein Besuch im legendären Buffalo Wild Wings. Spezialität sind die Chicken Wings. Ein knappes Dutzend Gewürzmischungen oder etwas über zwei Dutzend Saucen, die dazu bestellt werden können. Von mild bis very hot. Ganz abgesehen davon, dass die Chicken Wings traditional oder tender (ohne Knochen). Frittiert. Sie krachen, wenn man zubeißt. Was nicht weiter auffüllt umgeben von unzähligen Flatscreens mit American FootballundBaseball. Diskgolf. Das ist nicht auf den Bildschirmen vertreten, lässt sich aber im Mount Simon Park spielen. 9 Stationen mit dem Frisbee zu erwerfen, um dann vom Mount Simon (Top of the World!) die Aussicht zu genießen. Ein Rückblick. Und morgen ein Abschied.

29/09/2018

The dance. The DANCE.

1900 Uhr. Der Eingang der Memorial High School. Zwei Tische auf beiden Seiten des Ganges, besetzt mit je zwei Personen. Sie kontrollieren die Tickets und student IDs. Musik. Bass. Aus einer der Turnhalle. Jene, in der gestern bereits die pep rallyestattgefunden hat. Bunte Lichter im Rhythmus. Der Abend beginnt langsam. Am Ende jedoch werden 1200 Schülerinnen und Schüler und ihre Gäste den homecoming dancebesucht haben. Tickets werden gereicht. Namen abgehakt. Zwei Schlangen haben sich gebildet. Draußen ist es kalt. Vielleicht 5 Grad. Kaum jemand hat eine Jacke dabei. Einige versuchen sich auf High Heels, andere haben sich die Krawatte auf seltsame Weise gebunden. Der homecoming danceist bei weitem nicht so formell wie andere Veranstaltungen. Mann muss kein Date haben. Einige kommen in Gruppen. Einer der GHS-Schüler sieht sich um. Sein Date ist abhanden gekommen. Sie wird schon wieder auftauchen. Fotos. Einem der Schüler zeigt sein Date, wie man sich fotografieren lässt. Es ist bestimmt ein Abend, der in Erinnerung bleibt.